Claudia Knüfer · Serie IV · 2021
Honig auf
meinen Lidern
„Geliebte Trance, wie Honig klebst du an meinen Lidern — könnte ich dich doch nur mit meiner langen Zunge abschlecken."
Werkaussage
Gedanken sind
wie Bienen.
Sie stehen einfach nicht still. Unaufhörlich surren und fliegen sie herum und jede für sich ist so unglaublich beschäftigt. Ihre Sprache ist so penetrant und hoch und ziemlich laut — daher kann ich gerade leider nirgendwo hinsehen. Jede ist ja so unglaublich wichtig! Und wenn ich sie mit Rauch vertreibe, sehe ich nur dichten Nebel…
Gedanken sind wie Bienen. Sie schwirren herum, durch meine Augen in die weite Welt. Tausende. Ich will nicht immer das gleiche Lied summen, die gleichen Fragen stellen, gefallen oder nicht gefallen, nett sein, so oder so sein — oder auch nicht so sein.
Der 534.000ste Nachhauseweg — die gleichen Ampeln, der gleiche Blick der Frau am Kiosk.
Geliebte Trance, wie Honig klebst Du an meinen Lidern…könnte ich Dich doch nur mit meiner langen Zunge abschlecken.
Die Künstlerin mit Skulptur · Scharmania
Im Prozess
Der Schwarm
in Bewegung.
Gruppenzwang. Kollektiv. Einzeln sind wir stärker.
Doch was, wenn mir Honig auf meinen Lidern klebt.
„Honig — als Synonym für verlockende, gewohnte Lebens-Trancen. Golden, verführend — und gleichzeitig klebrig, störend und verblendend."
In dem Text "Honig auf meinen Lidern" bearbeite ich das Thema der menschlichen Konditionierung, Verblendung und die Möglichkeit, diese zu verändern. Die Alchemie der Transformation. Die Welt immer durch die gleiche verzückte Brille zu sehen: durch den Honig auf meinen Lidern.
Die fünf
Elemente.
Fünf eigenständige Objekte aus Wabenkarton — gemeinsam erzählen sie von Trance, Entstehung und dem Beobachten.